Mitteilungen

Mitteilung vom 23.3.2012:  Die untauglichen Zahlen der Armee

Das VBS präsentierte kürzlich die Tauglichkeitszahlen des vergangenen Jahres. Dabei verschweigt es, dass vor, während und nach der RS rund 20 Prozent der Stellungspflichtigen zusätzlich aus der Dienstpflicht entlassen werden.
Die korrigierte Rechnung zeigen wir hier.


Laut  aktueller  Mitteilung  des  VBS  waren 2011 65 Prozent der Schweizer militärtauglich. Unsere praktische Erfahrung bei über zweieinhalb Tausend Beratungen jährlich – darunter  auch  unzählige  Beschwerden  gegen Rekrutierungsentscheide – und ein einfacher Blick auf  die Zahlen widersprechen dieser offiziellen Medienmitteilung diametral. Es wird offensichtlich, dass zwei Buchstaben  bis  zur  Wahrheit  fehlen.  Effektiv sind  60  bis  65  Prozent  aller  Dienstpflichtigen un-tauglich. Die publizierten Zahlen erfassen nur einen Teil der Dienstpflichtigen, nämlich  gerade  diejenigen,  die  zur  Rekrutierung  aufgeboten  wurden. 
Eine  solche Momentaufnahme isoliert zu präsentieren, vermag relativ gut die Wirklichkeit für unkritische  Medien  und  LeserInnen  zu  verschleiern. Wir lassen uns aber nicht hinters Licht führen. Wir wissen, dass seit Jahren –
wie auch dieses Jahr wieder – versucht wird, der  Öffentlichkeit  und  der  Politik  ein  falsches Bild zu vermitteln. Folgende Faktoren werden in der offizi-
ellen Zahl verschwiegen:

  • Fast 8 Prozent der Stellungspflichtigen wurden 2011 zurückgestellt, d.h. nicht  beurteilt.  Aus  Erfahrung  wissen  wir,  dass  ein Grossteil davon 1-2 Jahre später dann doch für  untauglich  erklärt  wird.  Also  bleiben bei  sehr  vorsichtiger  Auslegung  vorläufig nur noch ca. 60 Prozent diensttauglich.
  • Dazu wird in der Meldung verschwiegen, dass während der Rekrutenschulen bis zu 10 weitere Prozent als untauglich deklariert werden – also bleiben bis hierhin nur noch ca. 50 Prozent Taugliche.
  • Zwischen Rekrutenschule und erstem Wiederholungskurs oder zwischen den anschliessenden WKs werden wiederum 10 bis 15  Prozent  für  untauglich  erklärt  (die  genauen  Zahlen  werden  leider  zurückgehalten).  Also  bleiben,  nach  Adam  Riese,  nur noch 35 Prozent, im besten Fall 40 Prozent, tauglich  und  somit  auch  in  der  Dienstpflicht.

 
Immerhin  wird  in  der  Mitteilung  erwähnt, dass 2011 59 Prozent der Schweizer Männer psychische Probleme hatten, die einen Dienst verunmöglichten.

 

Mitteilung vom 10.8.2011: Einladung Mitglieder Jahresversammlung

Alle Mitglieder von zivildienst.ch, unterstützende und befreundete Menschen sind herzlich eingeladen
am Donnerstag den 15. September 2011 an unserer Mitglieder-Jahresversammlung teilzunehmen.
Die Versammlung findet an der Gartenhofstrasse 7, 8004 in Zürich um 19 Uhr statt.
Traktanden sind:
1) Protokoll der Jahresversammlung 2010
2) Bericht Präsident und Stellenleiter
3) Finanzbericht und Jahresrechnung
4) Wahl Vorstandsmitglieder und Revisoren
5) Vorstellung neues Konzept Beratungsdienstleistungen
6) Statutenänderung bzgl. Zeitpunkt der Mitgliederversammlung, Rechnungsjahr und Herausgabe des Informationsblattes
7) Verschiedenes
Die Jahresrechnung, den Tätigkeitsbericht und die Details zu den Statutenänderungen werden wir ab dem 25. August 2011 auf unserer
Website publizieren. Die Unterlagen können dann auch auf der Beratungsstelle angefordert oder eingesehen werden.

Simon Scheiwiller (Vereinspräsident)

Mitteilung vom 20.8.2010: Civiva ist geboren !

Friedenspolitische Gruppen haben in der Schweiz dem Zivildienst zum Durchbruch verholfen: Erinnert sei an die Abschaffung der Gewissensprüfung durch das Parlament. Armeefreunde wollten sich das nicht bieten lassen und haben in den vergangenen 12 Monaten etliche Angriffe auf den Zivildienst gestartet. Verlangt wird die Wiedereinführung der Gewissensprüfung oder die Verlängerung der Zivildienstdauer. Begründung: Der Zivildienst schade der Armee, der höchste Soldat des Landes fürchtete gar eine Verhöhnung der Militärdienstleistenden. Um solchem Unsinn in Zukunft von Anfang an den Wind aus den Segeln zu nehmen und vor allem um den Zivildienst in der Gesellschaft weiter zu verankern, ist heute, den 20. August in Bern der Verband Civiva gegründet worden. Die Lancierung wird unter anderem vom Friedensrat, zivildienst.ch, der Gemeinschaft Schweizer Zivildienstleistender, von Permanence service civil und der Grupo ticinese per il servizio civile unterstützt. Zivildienst ist nicht nur in linken Augen eine sinnvolle Sache. Die Junge CVP befürwortet den Zivildienst als sinnvolle Form der Diensterfüllung. Bürgerliche sehen in den sozialen Aspekten des Zivildienstes positive Impulse für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Nötig wird der Verband aus Kapazitätsgründen: Die beteiligten Organisationen sind mit dem Tagesgeschäft ausgelastet. Zivildienst.ch, der Verein, der bisher das Sekretariat des Zivildienstkomitees führte, steckt mittendrin in einem erfolgsversprechenden Angriff auf die Militärersatzabgabe und unterstützt immer mehr junge Männer, die sich gegen diese Abgabe wehren. Die GSoA sammelt seit dem 6. Juli für die Initiative zur Aufhebung der Wehrpflicht...

Mitteilung vom 2.7.2010: Einladung Mitglieder Jahresversammlung

Die Jahresversammlung des Unterstützungsvereins zivildienst.ch findet am Mittwoch, 25. August, statt. Beginn 19.15 Uhr an der Gartenhofstrasse 7 in Zürich. Der Tätigkeitsbericht fürs Geschäftsjahr 2009/2010 kann ab 15. August auf unserer Homepage zivildienst.ch eingesehen oder auf Bestellung per Mail oder postal zugestellt werden.Traktanden: Abnahme des Geschäftsberichts und der Jahresrechnung, Wahl des Vorstands und Revisoren. Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen.

Mitteilung vom 10.3.2010:

Wir suchen schreib- und fotografier-begeisterte Personen die über die Förderung vom zivilen Engagement, Dienstpflicht und ähnliche Themen für uns berichten würden. Wir möchten so von euren persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen in Bezug auf unsere Tätigkeiten v.a. für unsere momentan pol...itische wichtige Arbeit erfahren.

Wir sind froh um eure Unterstützung gerade in der aktuellen Zeit, wo der Zivildienst wieder bedroht ist von erneuten Verschärfungen!

Mitteilung vom 25.2.2010:

Gegen eine Wiedereinführung der Gewissensprüfung und Diensterhöhung auf Faktor 1.8

Der Verein zivildienst.ch setzt sich aktiv gegen eine Wiedereinführung der Gewissensprüfung und die Erhöhung der Zivildienstdauer vom Faktor 1.8 (bisher 1.5). Dabei sollen Parlamentarier sachlich informiert und über die unbegründete Panikmacherei über angeblich zu wenig Militärstellungspflichtige aufgeklärt werden.

 

Medienmitteilung vom 29.8.2009:

Die BfMZ wird zu zivildienst.ch

zivildienst.ch: Das Fachwissen nachhaltiger einbringen


Die schweizweit tätige Dachorganisation zivildienst.ch ist aus der Initiative des Schweizerischen Zivildienstkomitees und der ehemaligen BfMZ (Beratungsstelle für Militärverweigerung und Zivildienst Zürich) am 28. August 2009 entstanden. Es war ein logischer Schritt, um möglichst effizient know how und Resourcen zu bündeln.
Die BfMz vollzieht eine grundlegende Umstrukturierung und wird zur Organisation zivildienst.ch. Die verschiedenen Tätigkeitsfelder werden aufgeteilt und neu gewichtet. Dazu kommt ein vollständiger Relaunch des Auftritts.

Die ehemalige BfMZ führte seit 27 Jahre Beratungen zu allen Themen rund um die Dienstpflicht durch. Ein wesentlicher Teil dabei war die Unterstützung von Menschen, die aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten können oder wollen. Die Stelle gab sich aber seit ihrer Gründung nicht damit zufrieden, bei Missständen und den für den Menschen daraus entstehenden Problemen nur Beratung zu bieten, sondern sie setzte sich mit grossem Engagement dafür ein, den Ursachen auf den Grund zu gehen und Perspektiven anzubieten. Beispiele sind die Ermöglichung eines Zivildienstes und dessen wesentliche Verbesserung durch die Abschaffung der Gewissensprüfung. Diese Errungenschaften sind Resultate unzähliger Stunden politischer Arbeit mit Ausarbeitung von Gesetzestexten, Vernehmlassungsarbeit und intensiver Lobbyarbeit.

Aufteilung der Tätigkeitsfelder
Die Arbeit von zivildienst.ch findet daher in drei Bereichen statt: auf Gesetzesebene, in der Gesellschaft und mit Individuen.  Im Rahmen unserer Neuausrichtung, die die BfMZ-Mitgliederversammlung am 28.8.2009 guthiess, werden wir die drei Bereiche neu organisieren. Für die neue Organisation zivildienst.ch bedeutet dies die Schaffung von drei Arbeitssparten. Die Aufteilung in Sparten und deren Gewichtung sollen auf der neuen  Homepage, die Anfangs September online ging, klar zum Ausdruck kommen.

Sparte Förderung des Zivilen
Anliegen von zivildienst.ch und seiner Mitarbeiter ist eine humane Gesellschaft, worin friedliche Konfliktlösung gegenüber den oft gewählten gewaltbehafteten Hauruckmethoden Vorrang haben soll.  
Für uns sind eine Sensibilisierung und die Schaffung von Tatsachen auf politischer Ebene und in der Öffentlichkeit entscheidend für diesen Ansatz.  Dazu braucht es auch eine bessere Vernetzung von Menschen und Organisationen, die in diese Richtung Fortschritte bewirken wollen. Die Weiterentwicklung des Schweizerischen Zivildienstkomitees, mit neuem Auftritt, wird angegangen. Diese Anliegen werden in Zukunft stärker und transparenter kommuniziert. Sie werden im Vordergrund stehen.

Sparte Projekte
Um das Zivile zu fördern, muss darüber gesprochen werden. Aber nicht nur, es braucht dringend sichtbare Beiträge die aufzeigen, wie solche Gedanken praktisch und für die Gesellschaft gewinnbringend umgesetzt werden können. Beispiele dafür sind der Kurs für Konfliktkompetenz für Zivis, wo anschliessend im Einsatz das Erlernte direkt den Gemeinden zugute kommt, und Informationsanlässe an Schulen, wo Zivildienst als Möglichkeit der Erfüllung der Dienstpflicht bekannt gemacht wird.
Mit praktischen Beiträgen setzen wir uns für die Etablierung von friedensfördernden Strukturen ein.

Sparte Beratungen zu Dienstfragen
Ob tausende junge Menschen jährlich Gewalt als eine Lösungsart lernen oder stattdessen gewaltfreie Konfliktlösung als praktischen Weg vermittelt bekommen, ist für die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidend. Darum wird zivildienst.ch ein nationales, unabhängiges Kompetenzzentrum für Dienstfragen betreiben, wo weiterhin mehreren tausend Ratsuchenden unsere know how zur Verfügung steht.
Ein Beitrag zur ethischen Weichenstellung auf dem Lebensweg hat nachhaltige Wirkung. Die Erfahrung hat gezeigt, dass trotz Wegfalls der Gewissensprüfung die Anfragen nicht zurückgehen.


Neuer Name und Auftritt
   
Als unabhängige gemeinnützige Organisation sind wir darauf angewiesen, dass der Sinn und der Wert unserer Arbeit öffentlich wahrgenommen werden. Der bisherige Name und Auftritt wurden diesem Anspruch nicht mehr gerecht. Sie geben nicht unser Engagement auf den oben erwähnten Ebenen wieder.
In Zukunft wollen wir als zivildienst.ch wahrgenommen werden mit dem Leitsatz:
zivildienst.ch setzt sich für eine offene, humane Gesellschaft ein. Die Organisation leistet praktische Beiträge zum Aufbau friedensfähiger Strukturen durch eigene Projekte und Vernetzung“.

Piet Dörflinger, Geschäftsleiter

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