Der Schweizerische Zivildienstverband CIVIVA setzt sich für den Erhalt und den Ausbau des Zivildienstes ein. Der Zivildienst ist ein Dienst an der Gesellschaft. Davon profitieren nicht nur die jungen Dienstleistenden, davon profitieren alle!

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Verleihung des 8. Prix CIVIVA

Mit der Verleihung des 8. Prix CIVIVA wird am 2. Oktober 2020 das 100-jährige Engagement des Service Civil International (SCI) honoriert. Die Laudatio wird von Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss gehalten. Moderiert wird die Preisverleihung von Lisa Mazzone, Co-Präsidentin von CIVIVA und Ständerätin.

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Im Zivi-«Club»

Völlig überraschend hat mich Mitte September die Anfrage von CIVIVA-Geschäftsführer Nicola Goepfert für die Teilnahme an der SRF-Diskussionssendung «Club» erreicht. Nachdem ich mich zur Teilnahme entschieden hatte, war ich mir nach Bekanntgabe des Teilnehmerkreises durch die «Club»-Redaktion meiner Sache nicht mehr ganz so sicher.

Die Runde, angefangen bei Verteidigungsministerin Viola Amherd, über eine Milizoffizierin bis hin zu einem ehemaligen Geheimdienstchef, verhiess eine interessante, aber nicht ganz einfache Diskussion. Das Gespräch verlief dann nach meinem Empfinden ganz angenehm und respektvoll. Die Perspektive des Zivildienstes und auch die einzige armeekritische Position musste ich wohl oder übel alleine vertreten. Schade, dass niemand von der GSoA mit dabei war, das hätte gerade beim Thema Kampfjetbeschaffung und Aufgabe der Armee der Diskussion noch mehr Gehalt und Schärfe gegeben.

Neben der Schilderung meiner persönlichen Erfahrungen wollte ich insbesondere auf die vom Bundesrat vorgesehenen Verschärfungen des Zivildienstgesetzes hinweisen. Überrascht hat mich insbesondere die Aussage von Frau Amherd, sie wolle die Probleme der Armee in der Armee angehen. Wenn selbst die Verteidigungsministerin erkannt hat, dass es sinnvoller ist, Probleme an deren Ursprung zu beheben, als anderswo neue Probleme zu schaffen, erscheinen die bundesrätlichen Massnahmen gegen den Zivildienst besonders absurd.

Ansonsten diskutierten wir Altbekanntes: Man weiss auch seitens Armeebefürworter nicht genau, wozu die Armee eigentlich da ist – entweder für Schwingfeste oder um Terroranschläge an der Gotthardroute zu verhindrn. Besonders wichtig im «Club» war das Stichwort «Cyberkrieg» – was auch immer damit gemeint ist. Meine Erkenntnis: Es gibt durchaus motivierte, ideologisch gefestigte Armeeangefreunde, mit denen man trotzdem reden kann. Auch vermehrt freiwillige Frauen sollen  dazu zählen. Doch Nutzen und Bedeutung des Zivildienst sind leider immer noch zu wenig bekannt.

Insgesamt ziehe ich eine positive Bilanz meiner Teilnahme an der «Club»-Sendung. Allerdings wird uns als Zivildienstverband das vermutlich bevorstehende Referendum gegen die Verschärfungen des Zivildienstgesetz noch ordentlich fordern. Dennoch bin ich überzeugt, dass mit sachlichen Argumenten und viel Aufklärungsarbeit dieser Angriff auf den Zivildienst pariert werden kann.

Sanuel Urech, CIVIVA-Berater